Text von Jan-Peter E.R. Sonntag
In ratio agendi# 3 ist Pong die Matrix eines
interaktiven Handlungssettings. Auf der Spielebene können zwei
Personen körperlich, jedoch ohne Berührung, im Realraum
miteinander interagieren . Ein Videobeamer projiziert die minimal-artige
Bildschirmoberfläche von Pong auf den Boden des Ausstellungsraumes.
Das projizierte Feld wird von einem Motiontracking System erfasst.
Ein stilisierter Tennis-Schiedsrichterstuhl ist am Spielfeldrand installiert,
neben ihm ein Flatscreen, der den Spielstand anzeigt. Die abstrakte
Schlichtheit der Bildoberfläche und des Klangs sowie die Bewegungslimitation
der beiden, die Akteure repräsentierenden und nur auf einer Achse
beweglichen Balken, generieren das physische Spielfeld, auf dem die
beiden Personen wie auf einem Tenniscourt mit/gegeneinander spielen
können. In dieser nur vermeintlichen Re-Transformation des Tennisspiels
unterliegt die körperliche Bewegung der Spieler den Regeln des
historischen Videospiels. Die mit zeitgenössischer Technik ermöglichte
Erweiterung des Spieleklassikers in den Realraum erlaubt auf Grund
der Beibehaltung seiner reduzierten, auf die Chiptechnologie der 1970er
Jahre basierenden Ästhetik, nun die Nutzung zweier Raumachsen:
jene, die der Balken als räumliche Trennung der Schläger/Spieler-Referenz
markiert und jene des realen Spielers im Raum. |