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Camping Pong (2004)

 
Camping Pong ist eine Improvisation. Vier Freunde machen einen Campingausflug und entwickeln spontan die Idee von Camping Pong. Das Ursprungsspiel wird dabei zurückübersetzt in einen vordigitalen Zustand. Das Bild wird nicht mehr auf einem elektronischen Bildschirm erzeugt, sondern mit Hilfe von Licht und Schatten auf einen archaischen Bildträger projiziert. Der Ball bleibt ein elektrisch erzeugter Lichtpunkt, wird nun allerdings von Menschenhand gesteuert.
 
Dabei verweist Nissens Arbeit jedoch klar auf die Zeit nach Pong. Nissen überschreitet bei Camping Pong das originale Spielgeschehen, indem er es ästhetisiert. Das Spielartige von Pong wird lediglich als Projektion beibehalten. Das Geschehen auf der Leinwand wird nur in der Vorstellung desjenigen Betrachters zu einem Spielgeschehen zusammengesetzt, der mit Pong vertraut ist. Die Spieler selbst werden zu Darstellern.
 
Auch die Aufnahmetechnik ist ein deutlicher Verweis auf unsere heutige Zeit. Erst die Videofunktion eines digitalen Fotoapparates ermöglicht ein Werk wie Camping Pong. Die Arbeit greift mit Pong ein tradiertes Motiv unserer „digitalen Epoche“ auf, um es mit den Möglichkeiten der heute weit verbreiteten digitalen mobilen Technik neu zu interpretieren. Dies geschieht nicht konzeptionell und geplant, sondern aus einer Laune heraus, ganz so, wie auch das Ursprungsspiel zur spontanen Unterhaltung einlädt.
(A. Lange)
 
 
Noel Nissen arbeitet und lebt als Designer in den Kanada.
 
Weitere Beteiligte:
Chris Hendricks, Lance Verwoerd, David Wylie
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