Camping Pong ist eine Improvisation. Vier
Freunde machen einen Campingausflug und entwickeln spontan die Idee von Camping Pong. Das Ursprungsspiel wird
dabei zurückübersetzt in einen vordigitalen Zustand. Das Bild wird nicht mehr
auf einem elektronischen Bildschirm erzeugt, sondern mit Hilfe von Licht und
Schatten auf einen archaischen Bildträger projiziert. Der Ball bleibt ein
elektrisch erzeugter Lichtpunkt, wird nun allerdings von Menschenhand
gesteuert.
Dabei verweist Nissens Arbeit jedoch klar auf die Zeit nach Pong. Nissen überschreitet
bei Camping Pong das originale
Spielgeschehen, indem er es ästhetisiert. Das Spielartige von Pong wird lediglich als Projektion
beibehalten. Das Geschehen auf der Leinwand wird nur in der Vorstellung
desjenigen Betrachters zu einem Spielgeschehen zusammengesetzt, der mit Pong vertraut ist. Die Spieler selbst
werden zu Darstellern.
Auch die Aufnahmetechnik ist ein
deutlicher Verweis auf unsere heutige Zeit. Erst die Videofunktion eines
digitalen Fotoapparates ermöglicht ein Werk wie Camping Pong. Die Arbeit greift mit Pong ein tradiertes Motiv unserer „digitalen Epoche“ auf, um es mit
den Möglichkeiten der heute weit verbreiteten digitalen mobilen Technik neu zu
interpretieren. Dies geschieht nicht konzeptionell und geplant, sondern aus
einer Laune heraus, ganz so, wie auch das Ursprungsspiel zur spontanen
Unterhaltung einlädt.
(A. Lange)
Noel Nissen
arbeitet und lebt als Designer in den Kanada.
Weitere Beteiligte:
Chris
Hendricks, Lance Verwoerd, David Wylie
.